Buchtipps

Die Ratgeberregale der Buchhandlungen halten inzwischen eine unüberschaubare Fülle von Literatur zu verschiedenen Problemen und Lebenssituationen bereit. Texte dieser Art helfen, Probleme besser zu verstehen, neue Ideen und Perspektiven zu entwickeln, geeignete Helfer zu finden und geben z. T. konkrete Anleitung für Verhaltensänderungen. Obwohl sie nicht auf die jeweils individuelle Situation und Problematik zugeschnitten sind, bieten sie eine Fundgrube mit mehr oder weniger nützlichen Tipps und Erklärungen.

Um Ihnen das Stöbern im Dschungel der Ratgeberliteratur zu erleichtern, haben wir aus unserer Bibliothek Bücher ausgewählt, die einerseits fachlich fundiert sind und sich andererseits aus der Sicht der Ratsuchenden bewährt haben.

Jede Selbsthilfeliteratur ist nur so gut, wie sie für das individuelle Problem passt und nützt. Bei allen Fragen, die bei der Lektüre und/oder der praktischen Umsetzung entstehen, sind wir gerne für Sie da.

Angst
Ängste verstehen und überwinden – Gezielte Strategien für ein Leben ohne Angst (Wolf, Doris)

Frei von Angst und Schüchternheit – Soziale Ängste besiegen – ein Selbsthilfeprogramm (Markway Barbara G. und Gregory P.)

Umarme Deine Angst – Neun Helfer bei Hilflosigkeit und Angst. Das praktische Selbsthilfebuch (Kaestele, Gina):
Ein umfassendes Selbsthilfeprogramm mit einer Fülle von meist leicht erlernbaren Gegenstrategien zur Angst (überwiegend aus der Verhaltenstherapie).
Allenfalls besteht die Qual der Wahl, sich daraus ein praktikables eigenes Programm zusammen zu stellen.

Vom Sinn der Angst – Wie Ängste sich festsetzen und wie sie sich verwandeln lassen (Kast, Verena)

Wir haben (keine) Angst – Gruppentherapie einer Generation (Pauer, Nina).

Arbeitsstörungen und -techniken
Frei geschrieben – Mut, Freiheit und Strategie für wissenschaftliche Abschlussarbeiten (Wolfsberger, Judith):
Das Buch kommt munter und locker daher, sehr gut aufbereitet, gut lesbar mit einer postiven, leichten, optimistischen Anmutung. Es werden aus dem englisch-sprachigen Raum neue Schreibmethoden vorgestellt, die wirklich originell und sehr konkret sind und man bekommt richtig Lust, sie auszuprobieren. Die Autorin hat sehr viel Literatur verarbeitet, gibt auch bei einzelnen Unterthemen immer noch Hinweise auf weitere hilfreiche Literatur. Das Werk ist somit umfassend und vollständig, die Ernsthaftigkeit und Seriösität geht aber nicht zu Lasten der Lesbarkeit. Sie geht damit mit gutem Beispiel voran, wie man wirklich originell schreiben kann. Es gibt auch speziell ein Kapitel über Schreibangst.

Schluß mit dem ewigen Aufschieben – Wie Sie umsetzen, was Sie sich vornehmen (Rückert, Hans-Werner):
Der Autor ist der Leiter der Zentraleinrichtung für Studienberatung und Psychologische Beratung der Freien Universität Berlin und weiß, wovon er spricht: Prokrastination ist der Fachbegriff für Aufschiebeverhalten. Die Erklärungen sind psychologisch profund. Er liefert viele gut nachvollziehbare Anleitungen und konkrete Trainingsmöglichkeiten, u.a. zu den Themen Selbststeuerung, Willenskraft und Durchhaltevermögen.

Vorbei mit der Aufschieberei – Wie Sie die Dinge geregelt kriegen und Ihr Leben zurückgewinnen (Fiore, Neil)

Borderline
Ich hasse Dich – Verlass‘ mich nicht. Die schwarz-weiße Welt der Borderline-Persönlichkeit (Kreisman, Jerold J. u. Strauss, Hal)

Schluß mit dem Eiertanz – Ein Ratgeber für Angehörige von Menschen mit Borderline (Mason, Paul T. und Kreger, Randi)
Dieses Buch vermittelt Strategien für den Umgang mit Menschen, die eine Borderline-Störung haben. Da sich ein Teil der Symptomatik auch als Interaktionsstörung, bzw. als Störung der Nähe-Distanz-Regulation manifestiert, entsteht auch bei Freunden und Angehörigen oft ein Gefühl der Hilflosigkeit und Ohnmacht. Es entsteht der Eindruck: Alles was ich tue ist falsch! Genau hier versuchen die Autoren mehr Verständnis für und Transparenz in die möglichen Motive und Bedürfnisse, die hinter dem Verhalten stehen, zu bringen. Das Buch gibt konkrete Tipps und Anregungen, ist leicht lesbar und auch für Betroffene sinnvoll, da es wenig wertend geschrieben wurde.

Depression
Sie haben es doch gut gemeint - Depression und Familie (Giger-Bütler, Josef):
Eines der besten Bücher zu diesem Thema, ein Bestseller mittlerweile, er wird in den Kritiken mit dem Klassiker von Alice Miller verglichen. Ein eindringliches empathisches Plädoyer für die Depressiven, insbesondere auch ein Appell an die unerkannt Betroffenen für mehr Selbsterkenntnis und –verständnis. Der Depressive erkennt sich oft nicht als solcher, leidet jahrelang still im Verborgenen, hält das für das wahre Leben, weil er es anders nicht kennt, sucht sich keine Hilfe, weil er alles selbst machen will.
Empfehlenswert auch für Angehörige von Depressiven.
Die Kapitel sind kurz und klar, didaktisch gut aufbereitet, mit einer für Fachliteratur ungewöhnlich detaillierten Einfühlung in die innere Erlebniswelt der Depressiven. Kernthese der Genese dieser Erkrankung sind nach Giger-Bütler die beständigen, aber unbewussten Selbstüberforderungsmuster mit einer Überanpassungsneigung und Bedürfnisleugnung, die aus der familiären Situation ableitbar sind. Hauptsymptome sind Müdigkeit, Erschöpfung und Selbstentfremdung, die der Betroffene aber für normal hält. Der Leser denkt, das kennt man doch alles schon, aber in der Eindringlichkeit und Beharrlichkeit sinkt es tiefer, denn es reicht nicht das intellektuelle Verstehen einer Depression, es muss emotional nachvollzogen werden – wie in der Therapie.
Die Entstehung der Depression steht in diesem Buch im Vordergrund, daraus ist auch die Therapie ableitbar, für diese bleibt aber am Schluss zu wenig Raum. Dafür gibt es dann den Nachfolgetitel „Endlich frei“.

Endlich frei - Schritte aus der Depression (Giger-Bütler, Josef):
Die Fortsetzung seines Bestsellers „Sie haben es doch gut gemeint“, diesmal mit dem Schwerpunkt auf der Selbstheilung. Didaktisch wiederum sehr gut aufbereitet, mit häufigen Zusammenfassungen, Hervorhebungen und diesen aus dem ersten Buch bereits bekannten vermeintlichen Wiederholungen.
Dieses Buch ist allerdings etwas zäher zu lesen als der Vorgänger, nicht wegen der Verständlichkeit, sondern wegen eben diesen Wiederholungen. Dieses Stilmittel, das dem Autor evtl. im ersten Buch noch unabsichtlich unterlaufen ist, wird jetzt bewusst als therapeutisches Agens eingesetzt. Insofern ist es gute Therapie. Man hat schnell verstanden, worum es geht, aber das reicht halt für eine Therapie nicht aus, es geht um die tagtägliche Umsetzung. Der Autor weiß sehr gut um die Hindernisse, Schwierigkeiten, Entmutigungen und Sackgassen auf dem Weg aus der Depression, er ist aufmunternd, verständnisvoll, man glaubt ihm, dass er genau weiß, worum es geht und wie es besser gehen könnte. Sich immer und immer wieder aufraffen, ermuntern, neue Wege ausprobieren, wacher und bewusster für sich selbst werden, weitergehen, bis alles endlich verinnerlicht ist.
Meine Leseempfehlung: jeden Tag 5 Seiten und wenn man am Ende angelangt ist, wieder von vorne anfangen. Dann erreicht man die gewünschte Intensität in der Auseinandersetzung mit dieser Thematik, und dann kommt es einer Therapie recht nahe, die ja auch meistens mehr als einige Monate dauert, wenn sie dauerhaften Erfolg haben soll.

Lebensfreude zurück gewinnen – Ratgeber für Menschen mit Depression und deren Angehörige (Pitschel-Walz, G.)

Mein schwarzer Hund - Wie ich meine Depression an die Leine legte (Johnstone, Matthew):
Ein erstaunliches Bilderbuch (!), das mehr über die Innenansicht, den Umgang und die Wege aus einer Depression aussagt als mancher Text.

Mit dem schwarzen Hund leben - Wie Angehörige und Freunde depressiven Menschen helfen können, ohne sich dabei selbst zu verlieren (Johnstone, Matthew + Ainsley):
Wieder ein aussagekräftiges Bilderbuch mit guten Tipps.

Wenn das Leben zur Last wird – Ein praktischer Ratgeber zur Überwindung
seelischer Tiefs und depressiver Verstimmungen (Merkle, Rolf):

Kognitive Verhaltenstherapie. Der Autor ist versiert in Ratgeberliteratur.

Entspannung
Das Einmaleins der Achtsamkeit (Wilker, Jessica):
Witzige, kurzweilige Einführung in die Praxis der Achtsamkeit. Anschaulich wird beschrieben, wie man lernt, (wieder) Kontakt zu seinen (v.a. „schwierigen“) Gefühlen zu bekommen und sie in sein Leben/Alltag zu integrieren. Auch als Hörbuch zu empfehlen.

Stressbewältigung durch die Praxis der Achtsamkeit (Kabat-Zinn, Jon):
Das Standardwerk der Achtsamkeitsmethode. Stressbewältigung mit Hilfe von (v.a. körperbezogener) Aufmerksamkeitsfokussierung. Mit Hörbuch.

Wu w e i - Die Lebenskunst des Tao (Fischer, Theo):
Ein Klassiker auf der Grundlage östlicher Lebensphilosophie. Wu w e i heißt, handeln durch Nichteingreifen, durch Geschehenlassen. Es ist die Kunst, zum richtigen Zeitpunkt das Richtige zu tun, spontan richtige Entscheidungen zu treffen, Aufhören mit sinnlosen Anstrengungen und sich nach dem Fluss des Lebens richten. Das ist aber nicht die Aufforderung zur Trägheit und Passivität, sondern es erfordert 2 Vorbedingungen (die an sich schwer dauerhaft umzusetzen sind), damit sich die Wirkung voll entfalten kann: nämlich neutrale, wohlwollende, nicht bewertende Achtsamkeit, und zwar ständig, und die Unabhängigkeit von inneren und äußeren Bindungen.

Ess-Störungen
Alice im Hungerland - Leben mit Bulimie und Magersucht (Hornbacher, Marya):
Ein Selbstbericht.

Die Frau, die im Mondlicht aß (Johnston, Anita)
Die Autorin greift das Thema Essstörungen über die Analyse von Märchen auf. Wie ist das Frauenbild dargestellt und wie ist es möglich, über die Geschichten einen liebevolleren und fürsorglichen Blick auf sich und den eigenen Körper zu entwickeln? Dieses Buch ist eine schöne Form, um sich mit der Thematik zu befassen und Motivation und Mut zur Veränderung zu entwickeln.

Essen als Ersatz (Göckel, Renate)

Tatort Kühlschrank – Wenn Essen zum Problem wird (Göckel, Renate)

Frauen
Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin – Warum Bravsein uns nicht weiterbringt (Ehrhardt, Ute):
Die Autorin macht auf unterbewusste Stereotypien aufmerksam. Aus dem Inhaltsverzeichnis: Sind Frauen wirklich schwach? Müssen Frauen immer schön sein? Sind starke Frauen zwangsläufig einsam? Macht macht einsam!? Macht macht unbeliebt!? Die Körpersprache der Unterwerfung. Die Verständnisfalle. Die Helferinnenfalle. Die Bescheidenheitsfalle.

Hochsensibilität
Das Drama des begabten Kindes (siehe Kapitel „Narzissmus“)

Was Hochsensible glücklich macht – Leben mit einer seelischen Begabung (Göckel, Renate):
Eine Neuauflage von „Die Erbsenprinzessin“. Leicht lesbar, viele konkrete Beispiele, gute Sensibilisierung für dieses Thema, optimistisch. Grundlage des Buchs ist eine Befragung von 17 Betroffenen. Keine wissenschaftlich fundierte Herleitung. Die „Begabung“ wird etwas zu hoch gelobt, die Schwierigkeiten im Alltag sind offensichtlich. Diese Personengruppe wäre früher als neurasthenisch/neurotisch oder nach Pawlow als „vital defekt“ bezeichnet worden.

Lebensgeschichte
Es ist nie zu spät, eine glückliche Kindheit zu haben (Furman, Ben)

Lernen lernen
Lernen leicht gemacht (Kossak, Hans-Christian)

Lernen mit Sinn und Verstand (Arbinger, Roland)

Das Mannheimer Prüfungscoaching-Programm (Messer, Jürgen)

Survivalguide Bachelor (siehe Kapitel „Überleben an der Uni“)

Liebe und Beziehungen
Die fünf Sprachen der Liebe (Chapman, Gary):
Jeder Mensch hat seine eigene Ausdrucksmöglichkeit der Zuneigung: der eine fasst sie in Worte, der andere in Taten oder in einen körperlichen Ausdruck („Lob/Anerkennung“, „Zweisamkeit“, „Geschenke“, „Hilfsbereitschaft“, „Zärtlichkeit“). Missverständnisse sind so vorprogrammiert.

Das Nein in der Liebe (Schellenbaum, Peter):
Im heutigen Zusammenleben müssen Grenzen selbst gesucht und gesteckt werden, die alten Rollenmuster, die dies früher übernommen haben, funktionieren nicht mehr. Gerade in der Liebe ist ein offenes Nein notwendig, nur so kann Liebe lebendig bleiben und überdauern. Der Autor zeigt Wege auf, wie der einer anfänglichen Verliebtheit nachfolgende Drang zur Abgrenzung nicht gleich zur Trennung oder aber zu einer erstarrten Beziehung führen muss.
Als Theologe, Jungscher Analytiker und Psychoenergetiker hat Schellenbaum ein Werk verfasst, das eher für Leser mit psychologischen Vorkenntnissen und Vorlieben für theoretische Ansätze empfohlen werden kann.

Die Psychologie sexueller Leidenschaft (Schnarch, David):
Dieses Werk hat die Paartherapie revolutioniert, es auf die Grundlage der postmodernen Gesellschaft gestellt. Nicht mehr die Gleichheit steht im Vordergrund (das Ideal der Moderne), sondern die Unterschiedlichkeit der Partner und die gegenseitige Toleranz. Es handelt nicht nur von konkreter Sexualität („Instrumente für das Zueinanderfinden“, „Umarmung bis zur Entspannung“, und vor allem: „Orgasmus mit offenen Augen“), sondern auch von Paar-Psychologie („... der normale Sadismus in der Paarbeziehung“, „Paare in der Feuerprobe“).

Sehnsuchtsprogramm Liebe (Stiemerling, Dietmar):
Die Sehnsüchte und Beziehungswünsche, die auf den Partner gerichtet sind, können individuell sehr unterschiedlich, von einfach bis kompliziert oder sogar pathologisch sein („Partner als Entwicklungshelfer“, „Der Wunsch, gebraucht zu werden“, „Das Altvorderen-Modell“, „Das James-Bond-Ideal“, „Der Vollkommenheitsanspruch“, um nur einige zu nennen). Die umfassende Veranschaulichung der verschiedenen Spielarten anhand von zahlreichen Fallgeschichten kann Licht in verworrene Partnerschaftskonstellationen bringen.

Die Wahrheit beginnt zu Zweit (Moeller, Michael Lukas):
Wie können Partner miteinander reden, damit es positiv und konstruktiv wird, Verständnis und Lösungen möglich sind und Beziehungen sich vertiefen? Moeller prägte den Begriff der „Paar-Zwiegespräche“ und liefert dazu Regeln, Abläufe und zahlreiche Beispiele.

Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken können – Ganz natürliche Erklärungen für eigentlich unerklärliche Schwächen (Pease, Allan + Barbara):
Ein amüsantes Buch mit ernstem Hintergrund. Banale, sich ständig wiederholende Alltagskonflikte zwischen Mann und Frau erhalten eine biologische, neurophysiologische oder evolutionsgeschichtliche Erklärung. Für die konfliktträchtigen Unterschiede können beide nichts! Das Buch trägt viel zu besserem gegenseitigen Verständnis bei. Sie erfahren, warum ER im Kühlschrank nie die Butter findet oder ständig seine Socken sucht oder sich nach anderen Frauen umdrehen muss (weil Frau angeborenermaßen ein weiteres Blickfeld hat, kann sie einfach unbemerkter jemandem hinterhersehen!). Oder warum SIE gerne ausführlich über Probleme redet, aber wütend wird, wenn man ihr Lösungen präsentiert. Erhellend und versöhnlich.

Männer
Eisenhans – Ein Buch über Männer (Bly, Robert):
Sorgte bei Erscheinen für Aufruhr, weil es sich nicht den gängigen feministischen Konzepten andiente. Der Autor hielt dagegen, dass er es für schädlich halte, wenn sich ein Mann in seiner Rolle ausschließlich über sein Verhältnis zur Frau definiere. Ein poetisch-psychologisches Sachbuch, eine Entwicklungsgeschichte des Jungen zum Mann anhand eines Gebrüder-Grimm-Märchens. Mit Schwerpunkt auf der originären „Wildheit“ des Mannes und ihrer möglichst nicht -destruktiven Ausdrucksformen.

Männer auf der Suche (Bidow, Steve)

Narzissmus
Das Drama des begabten Kindes (Miller, Alice):
Kein Buch über intellektuelle Hochbegabung, wie der Titel vielleicht vermuten lässt, sondern über die Begabung der Einfühlung. Das „begabte Kind“ ist das sensible, wache Kind, das schon sehr früh die Bedürfnisse der Eltern spürt, diese erfüllt und darüber aber die vitalsten Teile seines wahren Selbst verliert. In 3 Aufsätzen äußert sich die Autorin sehr anschaulich und verständlich über diese frühen Ursprünge des Selbstverlustes und zeigt auch wieder Wege der Selbstfindung auf. Die Autorin wendet sich mit ihrem Thema bewusst an eine breite Öffentlichkeit. Mit vielen interessanten Beispielen aus ihrer psychoanalytischen Praxis und aus der Literatur.

Der „Feind“ an Ihrer Seite – Wie Sie im Umgang mit Egozentrikern überleben und wachsen können (Behary, Wendy):
Die Autorin hat sich auf Paartherapie und die Behandlung von Narzissmus spezialisiert und verbindet Kognitive Therapie mit Schematherapie. Sie zeigt auf, wie man sinnlose Machtkämpfe und Diskussionen vermeidet und statt dessen wirksame empathische, aber auch Grenzen setzende Kommunikation einsetzt. Sie beschreibt auch die eigenen persönlichen Muster, weshalb man immer wieder „schwierige“ Menschen anzieht oder sich von ihnen angezogen fühlt.

Prüfungen und Prüfungsängste
Prüfungsangst und Lampenfieber (Metzig, Werner und Schuster, Martin):
... informiert umfassend über das Zustandekommen und typische Anzeichen der Angst in Situationen, in denen wir der Beurteilung durch andere ausgesetzt sind. Solche Situationen können beispielsweise Prüfungen oder auch Vorträge sein, die als sehr belastend wahrgenommen werden und eine hohe Anspannung des gesamten Körpers mit sich ziehen. Die Autoren liefern zudem zahlreiche praktische Tipps zur Selbsthilfe, wie z.B. Entspannungsübungen oder Anleitungen zur optimalen Prüfungsvorbereitung. – Ein guter Überblick von Methoden, die sich leicht anwenden lassen und helfen, Stress, Angst und Lampenfieber zu bewältigen.

Survivalguide Bachelor (siehe Kapitel „Überleben an der Uni“)

So überwinden Sie Prüfungsängste – Psychologische Strategien zur optimalen Vorbereitung und Bewältigung von Prüfungen (Wolf, Doris und Merkle, Rolf)

Reden / Rhetorik
Miteinander reden (Schulz von Thun, Friedemann):
„Wenn jemand etwas von sich gibt, so die zentrale These, enthält seine Mitteilung vier psychisch bedeutsame Seiten: Selbstoffenbarung, Sachinhalt, Beziehungshinweis und Appell. Mit jedem dieser vier Aspekte sind typische Probleme verbunden, die meist alle zugleich von Sender und Empfänger bewältigt werden müssen. Diese Erkenntnisse dienen zwar Familien– und Kommunikationstherapeuten als Werkzeug, sie gehören jedoch nicht in die Geheimfächer der Psychologie eingeschlossen, sondern in die Hand von jedermann. Als Brücke zwischen Wissenschaft und praktischer Lebenswelt ist dieses Buch daher verständlich geschrieben, mit vielen Beispielen, Abbildungen und Übungen“ (aus dem Klappentext). Bd. 1 : Störungen und Klärungen, Bd. 2: Unterschiedliche persönliche Kommunikationsstile, Bd. 3: Das „Innere Team“ und situationsgerechte Kommunikation.

Schmerz
Schmerzen verlernen – Die erfolgreichen Techniken der psychologischen Schmerzbewältigung. Anleitung und Übungen zur Selbsthilfe (Richter, Jutta):
Äußerst umfangreiche, aber klar und übersichtlich aufbereitete Sammlung von allen erdenklichen Techniken der Schmerzbewältigung (kognitive Verhaltenstherapie, Körperwahrnehmung, Entspannungstechniken, u.a.). Der Leser hat allenfalls ein Entscheidungsproblem, welches spezielle Schmerzprogramm er für sich zusammenstellen will.

Selbstwertgefühl / Selbstvertrauen
Die Kunst der Selbstachtung (Lelord, Francois):
Der Autor ist Psychiater, schloss 1996 jedoch seine Praxis, „um sich und seinen Lesern die wirklich großen Fragen des Lebens zu beantworten.“ Bekannt geworden mit dem Werk: „Hectors Reise oder Die Suche nach dem Glück“.

So gewinnen Sie mehr Selbstvertrauen - Sich annehmen, Freundschaft mit sich schließen, den inneren Kritiker zähmen (Merkle, Rolf):
Sehr leicht verständlich geschrieben, übersichtlich und didaktisch gut aufbereitet, mit vielen Fallbeispielen – mit einer ernsten, zentralen Botschaft, die der Autor eindringlich und empathisch an den Leser (Du-Anrede!) heranträgt: vom Fehlen der Selbstliebe und des eigenen Selbstwerts und wie man das ändern kann. Und weiter: von der destruktiven Macht des „inneren Kritikers“, wie dieser entstanden ist und sich vom ehemaligen Freund zum Feind gewandelt hat. Und vor allem: wie er wieder entmachtet werden kann (anhand von 26 gängigen, gut bekannten verhaltenstherapeutischen Übungen). „Von all meinen Büchern ist dieses das Wichtigste!“ Gut möglich, weil die Thematik sehr zentral und bedeutsam ist für die unterschiedlichsten psychischen Probleme.

Von der Freude, den Selbstwert zu stärken (Potreck-Rose, Friederike)

Sexualität
Aphrodites Töchter (Ecker, Diana)

Die Psychologie sexueller Leidenschaft (siehe Kapitel „Liebe und Beziehungen")

Die neue Sexualität der Männer – Was Sie schon immer über Männer, Sex und Lust wissen wollten (Zilbergeld, Bernie)

Therapie und andere Hilfen
In jeder Mücke steckt ein Elefant – Gute Gründe, sich über Kleinigkeiten aufzuregen (Hanisch, Ernstfried):
Warum verletzen und irritieren uns manchmal scheinbare Kleinigkeiten und bringen uns aus dem Gleichgewicht? Der Autor versteht es, uns bei der Suche nach den Hintergründen und tatsächlichen Ursachen gezielt anzuleiten und zeigt uns Wege aus alten dysfunktionalen Mustern.

Krankheit als Sprache der Seele – Be-Deutung und Chance der Krankheitsbilder (Dahlke, Rüdiger):
Anders als der Vorgänger „Krankheit als Weg“ mit positiverer vorwärtsgewandter Zielrichtung. Der Autor versteht es, verständlich und verständnisvoll den symbolhaften Charakter verschiedenster körperlicher Erkrankungen aufzuzeigen, auch auf die in der Sprache innewohnenden hintergründigen Botschaften immer wieder verblüffend plausibel hinzuweisen, die Krankheitserscheinungen auf die seelische Ebene als Lernaufgabe zu transferieren und damit zu ermöglichen, dass diese aus der „unerlösten“ körperlichen Form befreit und damit geheilt werden können.

Psychotherapie - Angebote sinnvoll nutzen (Verbraucherschutz):
Zur ersten Orientierung bei Bedarf/Interesse an einer Psychotherapie: Was ist Psychotherapie, wer bezahlt das, wie funktioniert sie, welche Verfahren gibt es, wie finde ich den geeigneten Therapeuten.

Schönes Leben? – Einführung in die Lebenskunst (Schmid, Wilhelm):
„Der existentielle Imperativ der Lebenskunst: Gestalte Dein Leben so, dass es bejahenswert ist. ... Mit der Frage wird bereits der erste Schritt zur Aneignung des Lebens gemacht, um aus dem abstrakt erscheinenden Leben ein eigenes Leben werden zu lassen.“ Wilhelm Schmid, ein bekannter Heidelberger zeitgenössischer Philosoph, widmet sich hier philosophisch tiefgründig und trotzdem sehr verständlich der ursprünglichen Aufgabe der Philosophie, das Leben zu meistern, u.a. in den Kapiteln über „Die Lüste genießen“, „Vom Sinn der Schmerzen“, „Die Zeit gebrauchen“, „Auf den Versuch hin leben“, „Kunst des Zorns“, „Negativ denken“, „Melancholie“, „Gelassenheit“, „Gesundheit als Lebenskunst."

Simplify your life – Einfacher und glücklicher leben (Küstenmacher, Werner Tiki):
Selbst das Buch ist unkompliziert, in kurze überschaubare Kapitel eingeteilt, leicht zu lesen, witzig, trotzdem psychologisch profund, auch nur als Nachschlagewerk zu verwenden, mit einfachen, sofort umsetzbaren Tipps, verblüffend Neuem zu alten Themen (aus dem Inhaltsverzeichnis: Entwirren Sie Ihren Arbeitsplatz, Entkommen Sie Ihrem Sicherheitsdenken, Entperfektionieren Sie Ihr Leben, Entlasten Sie sich durch konsequente Neins, Entlocken Sie Ihrem Körper Glücksstoffe, Entärgern Sie sich, Entdramatisieren Sie Ihre Gespräche, Entwickeln Sie Ihre Stärken, Entlasten Sie Ihr Gewissen. )

Wer dem Glück hinterher rennt, läuft daran vorbei (Harris, Russ):
Ein Verhaltenstherapiebuch (der „3. Generation“), für ängstliche, depressive und zwanghafte Phänomene sehr gut geeignet, klar verständlich, humorvoll, didaktisch gut aufbereitet, leicht umsetzbar und wirksam in der Selbsthilfe auf fundiertem psychologischen Hintergrund mit einem deutlich erkennbaren positiven, humanistischen Menschenbild.

Trauma
Trauma – Folgen erkennen, überwinden und an ihnen wachsen. Ein Übungsbuch für Körper und Seele (Reddemann, Luise und Dehner-Rau, Cornelia):
Ein Klassiker. Frau Reddemann ist die führende Fachfrau auf dem Gebiet der Psychotraumatologie. Ein Selbsthilfebuch für Betroffene, sorgfältig, professionell, umfassend und verständlich ausgeführt mit Beispielen (Aus dem Inhaltsverzeichnis: Was sind traumatische Erfahrungen? Welche Folgen hat ein traumatisches Ereignis? Was geschieht im Gehirn? Umgang mit Traumafolgestörungen – Therapiebeispiele und Selbsthilfe. Wieder gesund werden – Was Sie für sich tun können.)

Vom Trauma befreien (Levine, Peter)

Überleben an der Uni
Survivalguide Bachelor (Bensberg, Gabriele und Messer, Jürgen):
Sehr umfassende, akribisch zusammengetragene, fundierte und praxisorientierte Anleitungen zu aktuellen Themen um den Beginn, den Verlauf und das Ende eines Studiums, wie z.B. Motivations-, Konzentrations-, Schreib- und Lernprobleme, Zeitmanagement, Gedächtnistechniken, Anfertigung einer Bachelorarbeit, Prüfungsstrategien, Knigge für Studierende.

Uni-Angst und Uni-Bluff (Wagner, Wolf)

Studienabbruch – Perspektiven und Chancen (Köster, Fritz)

Wo Physik und Psychologie sich berühren
Geist, Kosmos und Physik – Gedanken über die Einheit des Lebens (Dürr, Hans-Peter):
Der Autor versteht es, moderne Quantenphysik den Lesern leicht verständlich nahe zu bringen und Verknüpfungen herzustellen, sowohl zu altem spirituellen Wissen als auch zu einer gesellschaftlichen Utopie für das 21. Jahrhundert. Er habe sich 50 Jahre seines Forscherlebens mit etwas befasst, was es nicht gibt: nämlich Materie. Trotzdem bedauere er diese Erkenntnis nicht. Die neuen bahnbrechenden Erkenntnisse der Physik haben immer noch nicht den Eingang in die Wissenschaft, Gesellschaft und Ökonomie gefunden, geschweige denn in den Alltag.

Weitere empfehlenswerte Autoren zu diesem Thema:
Rupert Sheldrake
Ken Wilber

Zwänge
Frei werden von Zwangsgedanken (Ambühl, Hansruedi):
Anhand vielfältiger Beispiele von Betroffenen erklärt der Autor, wie unterschiedlich Zwangsgedanken und Zwangsrituale sein können, wie sie entstehen und aufrechterhalten werden. Der erste Teil des Buches beschäftigt sich mit der Abgrenzung von Zwangserkrankungen von anderen psychischen Störungen und beleuchtet den Unterschied zwischen „unproblematischen“ und zwanghaften Gedanken. Ein Selbsttest hilft dabei, auch die eigenen Gedanken einordnen zu können. Im zweiten Teil des Buches steht der konkrete Umgang mit den ständig wiederkehrenden Gedanken und Handlungsimpulsen im Vordergrund. Neben Tipps, die helfen, sich von Zwangsgedanken zu distanzieren, werden die therapeutischen Ansätze der kognitiven Verhaltenstherapie, der Achtsamkeit und medikamentöser Behandlung vorgestellt und hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile erläutert. Auf diese Weise kann das Buch sowohl bei der selbstständigen Auseinandersetzung mit Zwangsgedanken als auch bei der Suche nach professioneller therapeutischer Unterstützung eine wertvolle Hilfe sein.

Wenn Zwänge das Leben einengen (Hoffmann, Nicolas):
Ein Klassiker auf diesem Gebiet (inzwischen in der 13. Aufl.) Das Werk lebt hauptsächlich von den reichhaltigen, langjährigen psychotherapeutischen Erfahrungen des Autors. Alle wesentlichen Bereiche werden auf den Punkt gebracht kurz abgehandelt, immer wieder mit Hinweisen zur Selbsthilfe, aber auch mit deutlicher Abgrenzung, wann professionelle Hilfe angezeigt ist. Der bisher nicht informierte Leser wird vielleicht überraschend eigene Verhaltensweisen als zwanghaft einordnen müssen. Es geht im Einzelnen um die zwanghafte Persönlichkeit, um Kontrollzwänge, Berührungsängste, Waschzwang und Zwangsgedanken, aber auch um zwanghafte Langsamkeit, magisches Denken und Handeln oder zwanghaft-skrupelhaftes Gewissen. Der Autor besticht bei jedem Thema immer mit großer Einfühlung und mit Verständnis für das Leid der Betroffenen. Trotzdem verliert er sich nicht in langen Erklärungen, Ursachensuche hält er für marginal, er überzeugt durch pragmatische verhaltenstherapeutische Hilfestellungen. Seine Literaturliste ist sehr kurz. Ebenso seine Ratschläge an die Angehörigen von Zwangskranken. Alles in allem: informativ, interessant, lesenswert.

Wer dem Glück hinterher rennt, ... (siehe Kapitel: „Therapie und andere
Hilfen“)



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