Studienfinanzierung und weitere finanzielle Leistungen

Hier finden Sie Antworten auf die Frage, wer Ihnen bei der Finanzierung des Studiums in den jeweiligen Bereichen helfen kann.

Finanzielle Leistungen:

Elterngeld und Erziehungsgeld
Elterngeld und Erziehungsgeld können Sie bei Wohnsitz in Baden- Württemberg bei der Landeskreditbank in Karlsruhe beantragen. Es wird für jedes Kind 12 Monate lang gezahlt. Allein erziehende Studentinnen erhalten das Elterngeld in der Regel (es gelten gewisse Voraussetzungen) 14 Monate lang, siehe: www.l-bank.de

Zur Berechnung des Elterngeldes (aus erzieltem Erwerbseinkommen) wird das individuelle Nettoeinkommen der/des Antragstellenden der letzten 12 Monate vor Beginn der 6 wöchigen Mutterschutzfrist vor der Geburt zugrunde gelegt. In der Regel errechnet sich die Höhe des Elterngeldes mit 65 – 67% aus diesem Nettolohn. Bei Niedrigverdienern/-verdienerinnen kann sich dieser Prozentsatz bis auf 99 % erhöhen. Das ist bei einem Gehalt von 416,70 € erreicht. Auch Partner haben Anspruch auf Elterngeld, wenn sie Elternzeit nehmen.

Achtung: Studierende aus dem Ausland haben generell keinen Anspruch auf Elterngeld, wenn ein Aufenthaltsstatus nur zum Zwecke des Studiums besteht (§16 AufentG).

Allgemeine Informationen zum Thema Elterngeld finden sich im Familienwegweiser.

Hinweis: Elterngeld wird als Einkommen auf ALG II angerechnet. Es sei denn, das Elterngeld ist errechnet auf der Basis von früherem Erwerbseinkommen.

ElterngeldPlus
Mit dem ElterngeldPlus wird es künftig für Mütter und Väter einfacher, Elterngeldbezug und Teilzeitarbeit miteinander zu kombinieren. Außerdem kann die Elternzeit flexibler gestaltet werden. Die Regelungen zum ElterngeldPlus, zum Partnerschaftsbonus sowie zur flexibleren Elternzeit gelten für Eltern, deren Kinder ab 1. Juli 2015 geboren werden. Das Gesetz ist am 1. Januar 2015 in Kraft getreten.

Mütter und Väter können mit den Neuregelungen länger Elterngeld beziehen, wenn sie nach der Geburt eines Kindes Teilzeit arbeiten. Künftig ist es für diese Eltern möglich, das ElterngeldPlus doppelt so lange zu erhalten. Aus einem Elterngeldmonat werden so zwei ElterngeldPlus-Monate. Damit können Eltern ihr Elterngeldbudget besser ausschöpfen und sie haben die Möglichkeit, über den 14. Lebensmonat des Kindes hinaus die Bedürfnisse des Kindes mit den Anforderungen im Beruf zu verbinden.

Teilen sich Vater und Mutter die Betreuung ihres Kindes und arbeiten parallel für vier Monate zwischen 25 und 30 Wochenstunden, erhalten sie zudem den Partnerschaftsbonus in Form von jeweils vier zusätzlichen ElterngeldPlus-Monaten.

Weitere Informationen zum Thema ElterngeldPlus finden sich im Familienwegweiser, auf der Seite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend oder der L-Bank.

Mutterschaftsgeld
Mutterschaftsgeld ist eine Lohnersatzleistung und wird abhängig vom Krankenversicherungsstatus gezahlt. Eine familienversicherte Studentin mit geringfügiger Beschäftigung kann Mutterschaftsgeld beim Bundesversicherungsamt in Bonn beantragen.

War die Studentin zwischen dem 10. und 4. Monat vor der Geburt für mindestens 12 Wochen selbst gesetzlich krankenversichert und ist einer (auch geringfügigen) Beschäftigung nachgegangen, kann sie Mutterschaftsgeld bei der Krankenkasse beantragen.

Achtung: Die Krankenkassen geben gelegentlich die Auskunft, dass Mutterschaftsgeld nur bei Anspruch auf Krankengeld gezahlt wird. Das ist nicht immer korrekt (§ 200, Abs. 1 RVO).

Kindergeld
Anspruch auf Kindergeld besteht grundsätzlich für alle Kinder ab der Geburt bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres - in einigen Fällen auch darüber hinaus. Die Antragstellung und -bearbeitung für alle Kindergeldansprüche erfolgt über die Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit. Die Familienkasse informiert Sie an dieser Stelle ausführlich über alle grundsätzlichen Regelungen zum Thema „Kindergeld“.
Kinderzuschlag
Eltern haben Anspruch auf Kinderzuschlag für ihre unter 25 Jahre alten Kinder, welche in ihrem Haushalt leben und nicht mehr als 140€ monatlich verdienen. Studierende haben dann die Möglichkeit, Kinderzuschlag zu beantragen, wenn die jeweilige Mindesteinkommensgrenze von 600€ brutto für Alleinerziehende und 900€ brutto für Paare eingehalten wird. Gleichzeitig gilt auch eine Höchsteinkommensgrenze, welche sich an den Regelungen zum Arbeitslosengeld II orientiert. Der errechnete Kinderzuschlag muss zusammen mit anderen Einkommen und Vermögen ausreichen, den Bedarf der Familie zu decken, ohne dass ein Anspruch auf ALG II oder Sozialgeld besteht. Nähere Informationen unter:
www.arbeitsagentur.de

Der Kinderzuschlag beträgt monatlich 170,00 € und wird jeweils für sechs Monate bewilligt. Eine rückwirkende Bewilligung kann nicht beantragt werden.

Mehrlingsgeburtenprogramm
Seit dem Jahr 2002 erhalten Eltern von Mehrlingen (ab Drillingen) einen einmaligen steuer- und pfändungsfreien Zuschuss des Landes Baden-Württemberg. Der Zuschuss ist unabhängig von der Höhe des Einkommens und ist innerhalb von 12 Monaten nach der Geburt der Kinder zu beantragen. Nähere Informationen unter: www.l-bank.de
BAföG
Ein Kinderbetreuungszuschlag wird seit Dezember 2007 an studierende Eltern gewährt, die mit ihren Kindern unter 10 Jahren in einem gemeinsamen Haushalt zusammenleben. Der Gesamtbedarf wird derzeit für jedes Kind um 130,00 € Zuschuss erhöht.

Ausführliche Informationen erhalten Sie direkt bei uns im Amt für Ausbildungsförderung oder hier:
BAföG in den Fällen von Schwangerschaft und Kindererziehung

Darlehen und Kurzfristendarlehen
Ist das BAföG nicht rechtzeitig eingetroffen? Oder der Anspruch auf BAföG erloschen?
Kein Grund zur Panik. Für solche Notfälle bieten wir das Studierendenwerk Karlsruhe eine Unterstützung in Form von Kurzfrist- und Studienabschlussdarlehen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Das Studierendenwerk Karlsruhe ist darüber hinaus Ansprechpartner für den KfW-Studienkredit mit sehr attraktiven Bedingungen.

ALG II, Sozialgeld
Für Studierende gibt es zwar prinzipiell kein Arbeitslosengeld II, in bestimmten Ausnahmefällen (z.B. bei einer Beurlaubung wegen Schwangerschaft oder Kindererziehung) können jedoch Leistungen nach dem SGB II (ALG II) beansprucht werden.

Anspruch besteht allerdings auf schwangerschaftsbedingten Mehrbedarf (nach der 12. Schwangerschaftswoche) und einmalige Beihilfen (z.B. Erstausstattung für das Kind, Umstandskleidung). Ein Antrag kann bei Erstwohnsitz in Karlsruhe beim Jobcenter Stadt Karlsruhe gestellt werden.
Alleinerziehende können beim Jobcenter darüber hinaus einen Mehrbedarf für unabweisbaren, laufenden Bedarf beantragen.

Zudem hat das Kind Anspruch auf Sozialgeld (anteilige Mietkosten mit inbegriffen). Kindergeld und eventuell Kindesunterhalt/Unterhaltsvorschuss werden hier als Einkommen angerechnet.

Bundesstiftung „Mutter und Kind“
In Schwangerschafts- und Erziehungszeiten stehen Studierenden spezielle finanzielle Hilfen zu. So kann jede Schwangere mit geringem Einkommen Gelder bei der Bundesstiftung „Mutter und Kind“ beantragen. Vor der Entbindung wird durch die Stiftung ein einmaliger Geldbetrag für die Erstausstattung des Kindes, die Weiterführung des Haushalts, die Wohnung und Einrichtung sowie die Betreuung des Kleinkindes ausgezahlt.

Der Antrag auf finanzielle Unterstützung ist während der Schwangerschaft bei einer anerkannten Schwangerschaftsberatungsstelle, z.B. bei

zu stellen. Die Zuschüsse werden nicht als Einkommen auf das Arbeitslosengeld II, die Sozialhilfe und andere Sozialleistungen angerechnet.

Weitere Informationen:
Bundesstiftung-mutter-und-kind.de
Schwanger-in-karlsruhe.info

Landesstiftung Familie in Not
Die baden-württembergische Landesstiftung "Familie in Not" hilft werdenden Müttern, Familien und Alleinerziehenden, die in eine Not- oder Konfliktsituation geraten sind und diese nicht aus eigenen Kräften bewältigen können. Die Leistung der Stiftung soll helfen, die wirtschaftliche und soziale Situation der Familie zu festigen.
Eine Antragstellung ist bei folgenden Organisationen möglich: pro familia, Gesundheitsamt, Diakonisches Werk, Sozialdienst katholischer Frauen.
Weitere Informationen hier.
Unterhalt / Unterhaltsvorschuss
Wenn Sie alleinerziehend sind, hat ihr Kind Anspruch auf Unterhalt vom anderen Elternteil. Die jeweilige Höhe kann nach der „Düsseldorfer Tabelle“ berechnet werden. Das zuständige Jugendamt kann in besonderen Fällen mit Unterhaltsvorschuss in Vorleistung gehen. Im Falle von Konflikten mit Unterhalt kann Sie das Jugendamt im Rahmen einer Beistandschaft unterstützen.

Unterhaltsvorschuss kann auch von allen EU-BürgerInnen in Anspruch genommen werden, das Kind seinen ständigen Aufenthalt in Deutschland hat, ebenso von Personen mit einer Niederlassungserlaubnis. Diese Regelung gilt nicht für Studierende mit einer Aufenhaltsgenehmigung nach § 16 AufenthG (Studierendenvisum)

Zuständig für die Leistungsgewährung ist die Unterhaltsvorschusskasse.

Weitere Informationen und Ansprechpartner:

Stadt Karlsruhe

Wohngeld / Wohnberechtigungsschein
Ein Wohnberechtigungsschein berechtigt dazu eine öffentlich geförderte Wohnung (Sozialwohnung) zu beziehen. Wie viele andere einkommensschwache Gruppen auch, haben studierende Eltern das Recht, sich einen Wohnberechtigungsschein (WBS) mit Dringlichkeit ausstellen zu lassen. Voraussetzung dafür ist die Einhaltung der gesetzlichen Einkommensgrenze. Wichtig ist, dass die Personen ein regelmäßiges Einkommen haben, z. B. BaföG. Ist eine Person wohngeldberechtigt, bleibt sie während der Dauer des Mietverhältnisses nutzungsberechtigt unabhängig von der Entwicklung der persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse.

Studierende sind wohngeldberechtigt, wenn mindestens eine dem Haushalt angehörende Person nicht dem Grunde nach berechtigt ist Leistungen nach dem BAföG zu erhalten, z.B. das Kind von Studierenden. Um Wohngeld erhalten zu können, muss Einkommen belegt werden. Als Einkommen zählen auch BAföG, Unterhalt, ein Studienkredit oder Kindergeld. Für die Berechnung ist das Einkommen aller Haushaltsangehörigen relevant. Informationen über den Anspruch auf Wohngeld und Wohnberechtigungsscheine erhalten Sie bei den zuständigen Bürgermeisterämtern oder dem Amt für Wohnungswesen.

Nähere Informationen auch unter:

Wohnberechtigung und Wohngeld

Vergünstigungen:

Karlsruher Pass
Der Karlsruher Pass wird vom Jugendfreizeit- und Bildungswerk (jfbw) ausgegeben. InhaberInnen können u.a. einen Zuschuss in Höhe von 29,00 € zur Straßenbahn-Monatskarte für das Stadtgebiet erhalten, um 50 Prozent reduziert ist der Eintritt in alle Karlsruher Hallen- und Freibäder, weiterhin gibt es Ermäßigungen für Zoo und Museen.
Karlsruher Kinderpass
Der Karlsruher Kinderpass. soll Kindern aus einkommensschwachen Familien Freizeitaktivitäten ermöglichen und individuelle Begabungen fördern.
Pforzheim-Pass
Mit dem Pforzheim-Pass haben Sie die Möglichkeit, Leistungen der Stadt Pforzheim und einiger freier Träger zu ermäßigten Preisen in Anspruch zu nehmen, sofern die vermögensrechtlichen bzw. einkommensrechtlichen Voraussetzungen hierfür vorliegen.
Landesfamilienpass
Familien, die Ihren ständigen Wohnsitz in Baden-Württemberg haben, können mit dem Landesfamilienpass und der dazu gehörigen Gutscheinkarte derzeit insgesamt 20-mal im Jahr unentgeltlich bzw. zu einem ermäßigten Eintritt die staatlichen Schlösser, Gärten und Museen besuchen.

Einen Landesfamilienpass können folgende Personen erhalten:

  • Familien mit mindestens drei kindergeldberechtigten Kindern (dies können auch Pflege- oder Adoptivkinder sein), die mit ihren Eltern in häuslicher Gemeinschaft leben,
  • allein Erziehende, die mit mindestens einem kindergeldberechtigtem Kind in häuslicher Gemeinschaft leben,
  • Familien mit einem kindergeldberechtigten schwer behinderten Kind, dessen Grad der Behinderung 50% oder mehr beträgt.
  • Familien, die Hartz IV- oder kinderzuschlagsberechtigt sind, die mit ein oder zwei kindergeldberechtigten Kindern in häuslicher Gemeinschaft leben.
Der Landesfamilienpass ist einkommensunabhängig.

Karlsruhe
Den Landesfamilienpass und die dazugehörige Gutscheinkarte erhalten Sie auf Antrag bei der Sozial- und Jugendbehörde im Rathaus West, beim Stadtamt Durlach, sämtlichen Ortsverwaltungen sowie bei den Bürgerbüros Rathaus Marktplatz, Süd und Ost.

Pforzheim
Sie können den Landesfamilienpass persönlich bei der Stadt Pforzheim beantragen oder per Internet mit dem entsprechendem Formular.

Befreiung von der Rundfunkbeitragspflicht
Seit Januar 2013 gilt für Bürgerinnen und Bürger der Rundfunkbeitrag. Pro Wohnung ist ein Beitrag zu zahlen – egal wie viele Menschen dort leben und welche Rundfunkgeräte sie haben. Wenn Sie ALG II oder BAföG beziehen, gibt es die Möglichkeit eine Befreiung von der Rundfunkbeitragspflicht zu beantragen. Der Antrag hierzu kann online ausgefüllt und ausgedruckt werden. Weitere Infos zu den Befreiungskriterien und zur Antragstellung erhalten Sie hier.
Mensa Kids
Kostenloses Essen für Kinder von Studierenden:
Die Mensa-Kids-Karte berechtigt Kinder von Studierenden bis zur Vollendung des 10. Lebensjahres kostenlos in den Mensen des Studentenwerks Karlsruhe zu essen. Eine Mensa-Kids-Karte können studierende Eltern in Karlsruhe und Pforzheim beim International Student Center in der Mensa am Adenauerring beantragen.

Mehr Informationen finden Sie hier.

Weitere Vergünstigungen:
Karlsruhe
Eine Übersicht über die finanzielle Unterstützung und Förderung der Stadt Karlsruhe finden Sie hier.

Pforzheim
Eine Übersicht über die finanziellen Hilfen für Familien in Pforzheim finden Sie hier.



Kontakt
Kontakt zum Projektteam
"Ratgeber Studieren mit Kind"
International Student Center
Telefon: 0721 6909-204
Mail: isc@sw-ka.de

Ansprechpartnerin
Iris Buchmann