Das Studierendenwerk Karlsruhe betreibt eine einzigartige Anlage zur Kälteerzeugung
Die weltweit erste Flüssigeisanlage, die zur Herstellung des Kältemediums Eis mit dem besonders umweltfreundlichen Propangas R290 arbeitet.

90 Kühlstellen - Kühlräume, Vitrinen und Kühlschränke und Verflüssiger der CO2 TK-Anlagen - werden über ein ca. 3 km umfassendes Rohrnetz mit dem Flüssigeis versorgt.

Diese Kühlflüssigkeit besteht aus einem ökologisch und lebensmitteltechnisch unbe-denklichen Gemisch aus Wasser und ca. 8% Ethanol mit einem Eisanteil von rund 25%. Auf klimaschädliche F-Gase wird somit gänzlich verzichtet. Damit erfüllt die Anlage bereits jetzt die gesetzlichen Richtlinien, die ab 2022 gelten. Nach der EU-F-Gase-Verordnung erhalten Kältemittel mit Treibhauspotenzial dann keine Zulassung mehr.

Herzstück der Anlage sind 6 Eisgeneratoren mit jeweils 14 kW Kälteleistung, die im Nachtbetrieb Eis erzeugen. Durch die Entkoppelung der Eisproduktion und der Entnahme werden zudem hochpreisige Stromspitzen vermieden und der Betrieb mit erneuerbaren Energien wird erleichtert. In einem 40 m³ Tank wird der Eisbrei bis zur Entnahme am Tag gespeichert. Die niedrigen Außenlufttemperaturen und die damit abgesenkten Kondensationstemperaturen ermöglichen ein Energieeinsparpotential von 20%-30%.



Fakten

Bauzeit: 2012-2013
Inbetriebnahme: 2013

Technische Daten
Basis: Kombination aus Flüssigeis, Propan und CO2
Flüssigeis: 25% Eis, 75% Flüssigkeit (Wasser mit ca. 8% Ethanol)
Produktion: 6 Eisgeneratoren mit jeweils 14 kW Kälteleistung
Verteilung: 3km Rohrnetz zu 90 Abnahmestellen
Propangas: natürliches Kältemittel R290 für die Normalkühlung
CO2: transformiert die Flüssigeistemperatur von -3,5°C auf -25°C
Tankvolumen: Gesamt 40m³
Investition: ca. 1 Mio. Euro

Partner
Wissenschaftliche Begleitung: Prof. Dr. Michael Kauffeld,
Hochschule für Technik und Wirtschaft Karlsruhe
Planung: Ingenieurbüro Günther Schmidt, Hochheim
Umsetzung: Hafner-Muschler, Balingen / IBV, Tiefenbach
Förderung: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst /
Vermögen und Bau Baden-Württemberg