Demokratische Wahlverfahren: Eine normative Analyse
Mo. 06.07.2026
Die Veranstaltung findet statt von 14 – 15:30 Uhr.Referent: Prof. Dr. Clemens PuppeInstitut für Volkswirtschaftslehre (ECON), Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie, KITIn der Geschichte der USA kam es fünfmal vor, dass der gewählte Präsident weniger Wählerstimmen in der Bevölkerung erhielt als sein erfolgreichster Konkurrent bzw. Konkurrentin; zuletzt passierte dies im Jahr 2000 (Bush vs. Gore) und 2016 (Trump vs. Clinton). Bei der Bundestagswahl im Jahr 2005 stellte sich heraus, dass nach dem damals geltenden Wahlrecht zusätzliche Stimmen für eine Partei zu weniger Sitzen für diese Partei im Bundestag führen können. Dies sind nur zwei Beispiele von Verletzungen grundlegender, normativ wünschenswerter Eigenschaften von Wahlverfahren. Ein berühmtes mathematisches Resultat, das sogenannte Unmöglichkeitstheorem von Kenneth Arrow, besagt, dass in der Tat jedes Wahlverfahren manche grundlegende Prinzipien demokratischer Entscheidungsfindung verletzen muss. Der Vortrag erläutert dieses Resultat anhand von Beispielen und diskutiert einige seiner weitreichenden gesellschaftlichen Konsequenzen.Der Vortrag findet statt im Rahmen der Ringvorlesung "Wissenschaft in der Gesellschaft" im Sommersemester 2026. Diese beschäftigt sich mit der Frage, in welcher Beziehung Wissenschaft und Gesellschaft stehen. Wie nehmen gesellschaftliche Entwicklungen Einfluss auf die wissenschaftliche Forschung und wie wird wissenschaftliche Erkenntnis gesellschaftlich rezipiert und angewandt? Die Vorlesungsreihe mit unterschiedlichen KIT-internen und -externen Referierenden bietet einen Überblick über die Thematik, der sich in folgende Schwerpunkte gliedert: I. Das Wissenschaftssystem, II. Wissenschaft und Öffentlichkeit, III. Wissenschaft und Politik, IV. Wissenschaft und Wirtschaft, V. Wertediskurse.Eintritt frei. Gäste zu Einzelterminen melden sich bitte per E-Mail an unter ringvorlesung@forum.kit.edu.
