BAföG-ABC

Änderungsmitteilung
Jede Änderung innerhalb Ihres Bewilligungszeitraumes müssen Sie dem Amt für Ausbildungsförderung mitteilen: bspw., wenn Sie eine Fachrichtung wechseln, Ihr Studium abbrechen oder beenden oder eines Ihrer Geschwister sein oder ihr Studium/Ausbildung/Schule beendet oder abbricht.
Aktualisierungsantrag
Für die Bearbeitung Ihres Antrages auf Ausbildungsförderung benötigen wir auch Unterlagen Ihrer Eltern, bspw. das Einkommen Ihrer Eltern. Aus verwaltungstechnischen Gründen wird immer das Einkommen des vorletzten Kalenderjahres Ihrer Eltern für die Berechnung Ihrer Ausbildungsförderung herangezogen. Sollten Ihre Eltern aktuell jedoch weniger verdienen, bspw. weil ein Elternteil oder beide in Rente/arbeitslos etc. sind, können Sie einen Aktualisierungsantrag (Formblatt 7) stellen und es kann das aktuelle Einkommen anstatt das Einkommen aus dem vorletzten Kalenderjahr Ihrer Eltern für die Berechnung herangezogen werden.
Auslandssemester
Möchten Sie für Ihr Auslandssemester Ausbildungsförderung erhalten, müssen Sie hierfür beim zuständigen Auslands-BAföG-Amt einen BAföG-Antrag stellen (Liste zuständiger Auslands-BAföG Ämter). Das Amt für Ausbildungsförderung in Karlsruhe ist nur für das Inlands-BAföG zuständig. Bitte teilen Sie uns mit, wenn Sie vorhaben, ein Auslandssemester zu absolvieren, da wir Ihren Inlands-Bewilligungszeitraum ggfls. anpassen müssen.
Auszahlung
BAföG wird immer am Ende eines Monats im Voraus für den darauffolgenden Monat ausgezahlt: also Ende September für den Monat Oktober usw.
Beurlaubung
Wenn Sie ein Urlaubssemester machen, müssen Sie dies unbedingt dem Amt für Ausbildungsförderung mitteilen. In dieser Zeit steht Ihnen in der Regel kein BAföG zu. Jedoch werden Urlaubssemester auch nicht in Ihrer Regelstudienzeit mitgezählt.
Beratung
Pandemiebedingt bieten wir aktuell keine persönliche Beratung an. Bitte nutzen Sie die telefonischen Sprechzeiten oder schreiben Sie eine E-Mail an ausbildungsfoerderung@sw-ka.de. Wir werden Sie rechtzeitig informieren, falls wir wieder persönlich beraten.

Für allgemeine Fragen können Sie sich bei uns im BAföG-Beratungsbüro (in Karlsruhe zu finden im beratungsWERK in der Mensa Am Adenauerring/ in Pforzheim in der Mensa Tiefenbronnerstaße) beraten lassen (Öffnungszeiten Beratungsbüro) oder persönlich von Ihrem Sachbearbeiter/in (Sprechzeiten Sachbearbeiter/in).

Bescheid
Wenn Sie einen Antrag auf Ausbildungsförderung gestellt haben und dieser bearbeitet wurde, erhalten Sie postalisch einen Bescheid. Auf diesem können Sie sämtliche Informationen über die Berechnung, die Höhe Ihrer Ausbildungsförderung, die Dauer der Zahlung etc. entnehmen.
Bewilligungszeitraum (BWZ)
Der Bewilligungszeitraum (BWZ) ist der Zeitraum, für den Sie BAföG erhalten. In der Regel sind das zwölf Monate. Danach müssen Sie einen erneuten Antrag auf Ausbildungsförderung stellen, wenn Sie weiterhin BAföG erhalten wollen.
Tipp: Stellen Sie Ihren Folgeantrag immer zwei bis drei Monate vor Ablauf Ihres aktuellen Bewilligungszeitraumes.
Einkommen
Alle Einnahmen, die Sie als Antragsteller innerhalb Ihres Bewilligungszeitraumes haben, müssen angegeben werden und können ggfls. zu einer Minderung Ihres BAföG führen.
Weiterhin ist das Einkommen Ihres Ehegatten/Lebenspartners sowie Ihrer Eltern aus dem vorletzten Kalenderjahr einzureichen.
Wenn das Einkommen Ihres Ehegatten/Lebenspartners sowie Ihrer Eltern aktuell geringer ist, als das Einkommen im vorletzten Kalenderjahr, können Sie einen Aktualisierungsantrag (Formblatt 7) stellen. Dadurch kann sich Ihre BAföG-Auszahlung erhöhen.
Elternunabhängige Forderung
In der Regel erfolgt eine elternabhängige Förderung, für Details wenden Sie sich bitte an Ihren zuständigen Sachbearbeiter/Ihre zuständige Sachbearbeiterin.
Eine elternunabhängige Förderung gibt es nur in Ausnahmefällen, wenn der Antragsteller bei Beginn des Studiums bereits 30 Jahre alt war oder mindestens fünf Jahre erwerbstätig war und dabei genug verdiente oder eine Berufsausbildung absolvierte und danach noch mindestens drei Jahre gearbeitet hat, wobei Ausbildung plus Erwerbstätigkeit zusammen mindestens sechs Jahre betragen müssen.
Die elternunabhängige Förderung wird automatisch geprüft und muss nicht beantragt werden.
Fachrichtungswechsel
Ein Fachrichtungswechsel ist jede Änderung des Studienziels oder der Fächerkombination. Vor einem Wechsel sollte unbedingt die Beratung im BAföG-Amt in Anspruch genommen werden.
Förderungshöchstdauer (FHD)/Regelstudienzeit
Die Förderungshöchstdauer richtet sich nach der Regelstudienzeit und beträgt bei den Bachelorstudiengängen 6 bis 7, Masterstudiengängen 2 bis 4 und an der Pädagogischen Hochschule je nach Abschluss zwischen 6 und 8 Semestern. Bei einigen wenigen Studiengängen (meistens Diplomstudiengängen) beträgt die Höchstdauer 9, 10 oder mehr Semester. Eine Überschreitung bzw. Verlängerung der Höchstdauer ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Um besondere Härten beim Studieren unter Pandemie Bedingungen weiter abzufedern, hat der Landtag Baden-Württemberg am 24.06.2020 beschlossen, dass die Regelstudienzeit für alle im Sommersemester 2020 immatrikulierten Studierenden einmalig individuell verlängert wird. Voraussetzung ist, dass bis Ende Februar 2020 bzw. Ende März 2020 die Förderungshöchstdauer noch nicht erreicht war.
Förderungsnummer
Ihre Förderungsnummer ist für das BAföG-Amt sehr wichtig. Mit deren Hilfe kann jeder Vorgang einem bestimmten Antrag zugeordnet werden. Bitte nach Möglichkeit immer angeben!
Grundbedarf
Der Grundbedarf beträgt monatlich 483,00 €, wenn Studierende bei den Eltern wohnen. Der Grundbedarf erhöht sich auf monatlich 752,00 €, wenn sie nicht bei den Eltern wohnen. Sollten Sie selbst kranken- und/oder pflegeversichert sein, erhöht sich der Bedarf nochmals; für die Krankenversicherung 84 € / Monat und für die Pflegeversicherung 25 € / Monat.
In Summe sind so bis zu 861 € möglich!
Härtefreibetrag
Der Härtefreibetrag kann auf Antrag gewährt werden, wenn beispielsweise jemand in der Familie als schwerbehindert anerkannt ist. Der Antrag muss vor Ablauf des BWZ gestellt werden. Dieser Freibetrag mindert das anzurechnende Einkommen und erhöht damit den Förderungsbetrag.
Hochschulwechsel
Ein Hochschulwechsel ist, solange man nicht die Fachrichtung wechselt, zwar unschädlich, sollte aber gut überlegt werden. Oft werden die Leistungen der alten Hochschule von der neuen nicht anerkannt. Dadurch kann es passieren, dass der Leistungsnachweis nicht vorgelegt oder das Studium nicht innerhalb der Förderungshöchstdauer abgeschlossen werden kann. Vor einem Wechsel sollte daher unbedingt die Beratung im BAföG-Amt in Anspruch genommen werden.
Jobben
In einem Bewilligungszeitraum von zwölf Monaten dürfen Sie ca. 450,00 € brutto pro Monat aus nichtselbstständiger Tätigkeit verdienen (ca. 5.400,00 € / Jahr) ohne dass dies Auswirkungen auf Ihr BAföG hat. Während der Vorlesungszeit dürfen Sie jedoch nicht über 20 Stunden/Woche arbeiten.
Aber Achtung: Praktikantenvergütungen werden anders berechnet! Fragen Sie hier bitte Ihren Sachbearbeiter oder Ihre Sachbearbeiterin.
Kinderbetreuungszuschlag
Dieser Zuschlag beträgt ab dem Wintersemester 2019/2020 monatlich 140 Euro für jedes Kind und steht jungen Müttern und Vätern so lange zu, wie sie während ihrer mit BAföG geförderten Ausbildung mit mindestens einem eigenen Kind unter 14 Jahren in einem Haushalt leben. Erhalten beide Eltern BAföG, erhält nur einer von beiden den Kinderzuschlag.
Krankheit
Wenn Sie durch eine längere Krankheit gehindert sind, Ihr Studium ausreichend weiterzuführen und Sie durch Ihre Krankheit in Ihrem Studium in Rückstand geraten, kann unter gewissen Voraussetzungen die Krankheit als Grund für eine spätere Vorlage des Leistungsnachweises oder für eine Überschreitung der Förderungshöchstdauer anerkannt werden. Die BAföG-Leistungen werden auch während der Erkrankung bis zu drei Kalendermonaten weitergezahlt.
Lebenspartner
Mit dem 23. BAföG-Änderungsgesetz wurde mit Wirkung ab Oktober 2010 der Lebenspartner dem Ehegatten gleichgestellt. Hierunter sind nur eingetragene (gleichgeschlechtliche) Lebenspartnerschaften zu verstehen.
Leistungsnachweis
Ein Leistungsnachweis wird in der Regel nach dem vierten Fachsemester verlangt. Er bescheinigt die „üblichen Leistungen“ zu diesem Zeitpunkt und wird von der jeweiligen Hochschule ausgestellt.
Für einige Studiengänge liegen dem Amt für Ausbildungsförderung die benötigten ECTS-Punkte vor, so dass hier als Nachweis ein Ausdruck der Leistungsübersicht mit Angabe der ECTS-Punkte aus Ihrem Onlinekonto der Hochschule ausreicht. Alternativ können Sie als Leistungsnachweis auch das Formblatt 5 einreichen.
Unter bestimmten Umständen kann die Vorlage des Leistungsnachweises auch später zugelassen werden, siehe hier: Krankheit und Überschreitung der Förderungshöchstdauer.
Coronabedingt müssen diejenigen Studierenden, die zum Wintersemester 20/21 in das fünfte Fachsemester kommen, den Leistungsnachweis erst zum kommenden Sommersemester 21 vorlegen. Das Sommersemester 20 bleibt bei der förderungsrechtlichen Fachsemesterzählung unberücksichtigt. Ihnen wird daher Ausbildungsförderung für ein Semester ohne Vorlage des Leistungsnachweises gewährt. Bitte beachten Sie, dass der positive Leistungsnachweis (Formblatt 5 oder Transcript of Records) über 4 Fachsemester zum nächsten Bewilligungszeitraum vorzulegen ist. Hierzu ist dann auch wieder ein vollständiger Weiterförderungsantrag rechtzeitig einzureichen.
Mietzuschuss
Studierende, die nicht bei Ihren Eltern wohnen und deren Wohnung nicht im Eigentum oder Teileigentum der Eltern steht, erhalten einen höheren Bedarf, statt den Grundbedarf von 483,00 € (bei den Eltern wohnend), ist hier der Bedarf 752,00 €. Der Mietzuschuss wird unabhängig von der Höhe der Miete gezahlt. Bitte reichen Sie als Nachweis, dass Sie auswärts wohnen, eine Wohnungsgeber- oder Meldebescheinigung ein.
Mitwirkung
Mitwirkung bedeutet, dass alle Unterlagen, die für die Entscheidung über den Antrag erforderlich sind, innerhalb der gesetzten Fristen eingereicht werden oder zumindest ein Grund angegeben wird, warum dies nicht möglich ist. Eine fehlende Mitwirkung kann zur Ablehnung des Antrags führen (Ablehnung nach § 66 SGB I).
Praktikum
Bitte geben Sie ein Praktikum immer unaufgefordert bei Ihrem BAföG-Amt an.
Einnahmen aus dem Praktikum werden anders behandelt als Einnahmen aus einem Nebenjob.
Bei einem Pflichtpraktikum, welches Ihnen von der Hochschule vorgeschrieben ist, ist die Wochenarbeitszeit aus BAföG-Sicht nicht relevant. Reichen Sie hier eine Kopie Ihres Praktikantenvertrages ein.
Bei einem freiwilligen Vollzeitpraktikum während der Vorlesungszeit haben Sie für die Zeit des Praktikums keinen Anspruch auf BAföG. Reichen Sie auch hier bitte eine Kopie Ihres Praktikantenvertrages ein. Bei einem freiwilligen Praktikum, dass nur bis zu 20 Stunden/Woche angesetzt ist, haben Sie weiterhin Anspruch auf BAföG, es werden nur die Einnahmen aus dem Praktikum angerechnet. Reichen Sie auch hier bitte eine Kopie Ihres Praktikantenvertrages ein.
Studienabschluss
Ihr Studienabschluss oder -abbruch muss sofort dem Amt für Ausbildungsförderung mitgeteilt werden. Ausbildungsförderung steht ab dem Folgemonat nicht mehr zu und muss deshalb rückerstattet werden, sofern Leistungen weiterhin gewährt wurden.
Überschreitung der Förderungshöchstdauer
Eine Überschreitung der Förderungshöchstdauer ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich, beispielsweise wegen Krankheit, Mitwirkung in gesetzlich vorgesehenen Gremien der Hochschulen usw., erstmaliges Nichtbestehen der Abschlussprüfung, Behinderung, Schwangerschaft oder der Pflege und Erziehung eines Kindes bis zu zehn Jahren. Weitere Gründe sind möglich, bitte lassen Sie sich beim BAföG-Amt beraten. Eine Kombination mit der Studienabschlussförderung ist im Gesetz vorgesehen. Bei den Gründen Behinderung, Schwangerschaft und die Pflege und Erziehung eines Kindes wird der Förderungsbetrag zu 100% als Zuschuss, bei den restlichen Gründen zu 50% als Zuschuss und 50% als zinsfreies Darlehen gewährt. Siehe auch Zinsen.
Unterkunftsbescheinigung
Als Nachweis der auswärtigen Unterbringung ist die Vorlage der Wohnungsgeber- oder Meldebescheinigung erforderlich.
Vermögen
Das Vermögen der Eltern und des Ehegatten bleibt unberücksichtigt. Vermögen der Antragsteller wird angerechnet, wenn es bestimmte Freibeträge übersteigt. Bei Antragstellern sind in der Regel 8.200,00 € Vermögen anrechnungsfrei.
Vorausleistung
Eine Vorausleistung kann beantragt werden, wenn sich die Eltern weigern, Unterhalt zu zahlen. Das BAföG-Amt leistet dann den Betrag, den die Eltern zahlen müssten, voraus und versucht diesen bei den Eltern wieder zu holen. Gegebenenfalls müssen die Eltern mit einer Unterhaltsklage rechnen. Wenn sich die Eltern weigern, die Unterlagen vorzulegen, die für die BAföG-Berechnung erforderlich sind, wird ähnlich verfahren. Wenn Sie einen Vorausleistungsantrag stellen möchten, verwenden Sie hierzu bitte das Formblatt 8/Merkblatt zu Formblatt 8.
Widerspruch
Ein Widerspruch kann innerhalb eines Monats gegen jeden Bescheid des BAföG-Amtes eingelegt werden. Bitte beachten Sie, dass ein Widerspruch immer postalisch oder per Fax und mit Ihrer Unterschrift eingereicht werden muss!
Als Reaktion auf einen Widerspruch folgt ein neuer Bescheid (Abhilfe) oder, wenn keine Abhilfe möglich ist, ein Widerspruchsbescheid, gegen den wiederum Klage beim Verwaltungsgericht erhoben werden kann.
Wiederholungsantrag
Ab 18.09.2020 haben Sie die Möglichkeit, bei Wiederholungsanträgen das Formblatt 09/ zu nutzen (statt Formblatt 01). Das Studierendenwerk Karlsruhe behält sich vor, weitere Erklärungen und Nachweise anzufordern.
Zinsen
Die Zinsen für ein BAföG-Bankdarlehen betragen 0,72 % (Stand: Oktober 2017) und werden alle sechs Monate angepasst. Verzinsliches Darlehen wird nur bei Studienabschlussförderung oder einem Zweitstudium gewährt.
Zusatzleistungen
Zusatzleistungen können zum Grundbedarf gewährt werden, wenn die Voraussetzungen nachgewiesen sind.
Zusatzleistungen sind:

Zuschuss zur Kranken- (84,00 € / Monat) und Pflegeversicherung (25,00 € / Monat)
Bei einem Auslandsstudium wird unter Umständen ein Auslandszuschlag und Zuschlag zur Krankenversicherung gewährt. Auch Reisekosten und Studiengebühren erstattet. Für Studierende mit Kindern gibt es zusätzlich den Kinderbetreuungszuschlag.



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