Colloquium Fundamentale: Gender Data Gap bei Krebs
Thu. 12.11.2026
Die Veranstaltung findet statt von 18:00 - 19:30 UhrReferentin: Prof. Dr. Dr. Sonja Loges
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Leiterin der Abteilung Personalisierte Medizinische OnkologieUnsere medizinische Versorgung befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Gegenwärtig hat die deutsche Bundesregierung dem Gesundheitssystem drastische Sparmaßnahmen auferlegt und zahlreiche Leistungen gekürzt oder gestrichen. Damit wächst die Sorge, ob wir in Zukunft weiterhin gut versorgt sein werden. Zuversichtlich stimmen dagegen die nahezu täglich verkündeten Neuigkeiten aus der Forschung. Getrieben von Entwicklungen in der Künstlichen Intelligenz, der Biotechnologie und der Robotik werden die Grenzen des diagnostisch und therapeutisch Machbaren in einem rasanten Tempo verschoben. Diese Fortschritte geben Hoffnung, werfen aber auch Fragen danach auf, wie die zukünftige medizinische Versorgung gerecht und menschlich bleibt. Werden wir mit Innovationen die gegenwärtigen Probleme unseres Gesundheitssystems lösen können – die Unterfinanzierung, der Fachkräftemangel und der Mangel an Therapieplätzen für psychische Erkrankungen – oder schaffen wir damit gar neue Schieflagen?Wie führende Expertinnen und Experten in die Zukunft der Medizin blicken, können Sie im Colloquium Fundamentale „Am Puls der Zukunft. Perspektiven auf Medizin und Gesundheitssystem von morgen“ im Wintersemester 2026/2027 erfahren, das im Zeichen des Wissenschaftsjahrs 2026 „Medizin der Zukunft“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt steht. Zusätzlich ist das Colloquium Fundamentale in diesem Semester Side-Event der Wissenschaftsreihe EFFEKTE, der Stadt Karlsruhe.Wir hören, welche biomedizinischen und technischen Entwicklungen das Heilen und Pflegen revolutionieren, welche Rolle umfangreiche Patientendaten für Diagnosen und Therapien spielen und was es bedeutet, dass für Frauen bislang weitaus weniger Daten vorhanden sind. Außerdem wollen wir uns mit der Frage befassen, wie effizient unser Gesundheitssystem sein kann und soll und welche ethischen Fragen KI-basierte Anwendungen aufwerfen.AbstractDie Biologie von Männern und Frauen unterscheidet sich fundamental, Geschlechtschromosomen und -hormone spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Diese geschlechtsspezifischen Unterschiede führen beispielweise zu einer höheren Erkrankungsrate bei Männern an den meisten Krebserkrankungen und auch zu unterschiedlichem Therapieansprechen bei Männern und Frauen. Trotz dieser wichtigen Unterschiede gibt es immer noch eklatante Datenlücken, da präklinische Forschung häufig das biologische Geschlecht von angewandten Modellsystemen nicht ausreichend berücksichtigt. In klinischen Studien werden Männer und Frauen in Bezug auf die Sicherheit und Effektivität gemeinsam betrachtet, so dass neue Medikamente entweder für beide Geschlechter oder gar nicht zugelassen werden. Hierbei entstehen große Datenlücken mit medizinischer Relevanz. Der Vortrag wird einen Überblick über das Feld der geschlechtsspezifischen Onkologie geben mit einem Schwerpunkt auf Lungenkrebs, da sich bei dieser Erkrankung diese Unterschiede besonders ausgeprägt zeigen.Foto: © Victor Moussa/stock.adobe.comLink:
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