Schaden Moralisierungen der Redefreiheit?
Thu. 25.06.2026
Die Veranstaltung findet statt von 18-19:30 Uhr.Dr. Thomas Petersen (Institut für Demoskopie Allensbach (IfD))Seit einigen Jahren wird in der Öffentlichkeit intensiv diskutiert, inwieweit die Redefreiheit in Deutschland noch gesichert ist. Einer der Auslöser hierfür war ein Umfrageergebnis des Instituts für Demoskopie Allensbach aus dem Jahr 2021, wonach nur noch rund die Hälfte der Bevölkerung den Eindruck hat, man könne seine politische Meinung frei äußern. Gleichzeitig kann man immer wieder die Klage hören, es gebe eine zu starke Moralisierung in der öffentlichen Debatte. Der Vortrag wird erläutern, warum beides miteinander verknüpft ist. Er beschreibt auf der Grundlage der Repräsentativumfragen des Allensbacher Instituts, welche sozialpsychologischen Mechanismen den sozialen Druck erzeugen, der von vielen Bürgern beklagt wird. Er zeigt, welche Rolle dabei die Massenmedien spielen und warum ein gewisses Maß an sozialer Kontrolle der Preis ist, den man für eine freie Gesellschaft zahlen muss.Der Vortrag findet statt im Rahmen der Vortragsreihe "Colloquium Fundamentale". Dieses widmet sich im Sommersemester 2026 den Chancen und Risiken von Moralisierungen in öffentlichen Auseinandersetzungen und findet im Rahmen des BMFTR-geförderten Projektes MoWiKo (Moralisierungen in der Wissenschaftskommunikation – Ursachen, Formen und Wirkungen) statt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie moralische Bewertungen öffentliche Debatten, die Redefreiheit und die Wissenschaftsfreiheit beeinflussen und unter welchen Bedingungen sie zu produktiver Kritik an Missständen oder zu einer problematischen Verengung des Diskurses werden.Eintritt frei. Keine Anmeldung nötig.Link:https://www.forum.kit.edu/colloquium_fundamentale.php

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